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Musikinstrumente

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Indische Musik ist ursprünglich Vokalmusik. Im Laufe der Zeit wurden verschiedene Instrumente entwickelt, die teilweise versuchen, den Klang der menschlichen Stimme zu imitieren. Viele der unzähligen Instrumente sind nur in bestimmten Regionen bekannt, andere sind in ganz Indien und teilweise sogar im gesamten orientalischen Raum verbreitet.

Melodieinstrumente

o Sitar: Das im Westen wohl bekannteste indische Instrument mit einer Vielzahl von Saiten, von denen aber hauptsächlich eine dazu dient, um die eigentliche Melodie zu erzeugen. Die anderen Saiten sind teilweise Resonanzsaiten, die selbständig mitschwingen, oder Saiten, die zum Erzeugen einer rhythmischen Grundstruktur gedacht sind. Die Bünde sind frei verschiebbar, um die gewünschten Töne erzielen zu können; viele Töne werden jedoch durch "Ziehen” der Saite erzeugt.
o Sarod: In Indien sehr beliebtes Saiteninstrument, dessen Wurzeln im orientalischen Raum liegen. Der Korpus ist mit einem Fell bespannt, weshalb der Klang ein wenig an ein Banjo erinnert. Der Hals ist aus Metall und hat keine Bünde; die Tonhöhe bestimmt der Musiker durch Druck oder Gleiten mit dem Fingernagel.
o Sarangi: Streichinstrument, dessen Korpus ebenfalls mit einem Fell bespannt ist. Der melancholische Klang wird mit einem Bogen erzeugt.
o Violine: Vor allem im Süden gebräuchliches Instrument, das auf unbekannten Wegen aus dem Westen seinen Platz in der indischen Musik gefunden hat. Die Haltung der Violine ist allerdings unterschiedlich (senkrecht, mit dem Kopf nach unten).
o Veena: Traditionsreiches Saiteninstrument, das auf den ersten Blick mit der Sitar verwandt scheint, sich in Bau und Spielart allerdings grundsätzlich unterscheidet. – Verwendung in der südindischen Musik.
o Tanpura: einfaches Saiteninstrument, das in fast jedem Konzert eingesetzt wird, um konstant den Grundton sowie dessen Quint und Oktav zu erzeugen.
o Santoor: Ursprünglich aus Persien stammendes Hackbrett, das mit zwei Klöppeln geschlagen wird.
o Bansoori: Flöte aus einem Bambusrohr ohne besonderes Mundstück; wird als Querflöte gespielt, wobei der Klang durch Blasen über ein einfaches Loch entsteht.
o Shennai: Oboen-artiges Blasinstrument mit gewöhnungsbedürftigem schnarrendem Klang. Hat sich vermutlich aus den beeindruckenden Blasinstrumenten, die zur Verständigung in den Bergen eingesetzt worden sind, weiterentwickelt.
o Harmonium: Verwandt mit der westlichen Ziehharmonika, steht allerdings fest auf dem Boden. An der Hinterwand ist ein Blasbalg befestigt, der ständig mit der linken Hand betrieben wird, während die Rechte die Melodielinien, gelegentlich auch Akkorde spielt. Einsatz hauptsächlich in volkstümlicher und devotionaler Musik.

Rhythmusinstrumente

o Pakhawaj: Klassische nordindische Quertrommel mit einem nahezu zylindrischen Holzkorpus, der an beiden Enden mit kompliziert aufgebauten Fellen bespannt ist.
o Tabla: Weiterentwicklung der Pakhawaj. Der legendäre Musiker Amir Khushro soll der Überlieferung nach eine der damals verbreiteten Quertrommeln auseinander geschnitten haben, um mehr Möglichkeiten beim Spiel zu eröffnen. Die bauchige Basstrommel besteht aus Messing, die kleinere – melodiösere – aus Holz. Die Tabla gehört zwar zur nordindischen Klassik, ist wegen ihres Klangs aber bei jeder Art von Musik und bei jeder Gelegenheit beliebt.
o Dholak: Volkstümliche Quertrommel mit einfacheren Fellen. Beim Spielen wird oft zusätzlich mit einem Metallring am rechten Daumen auf den Korpus geklopft.
o Mridangam: In der südindischen Musik verbreitete Trommel aus Holz. Ähnelt der Pakhawaj, unterscheidet sich aber in Klang und Spielweise. – Aus Ostindien stammt eine weitere Art von Mridangam, die aus Ton besteht und gerne von Vaishnavas verwendet wird.
o Kanjira: einfache südindische Rahmentrommel, die nur mit der rechten Hand geschlagen wird und dennoch eine bemerkenswerte Klangvielfalt bietet.
o Ghatam: Tontopf, der ebenfalls in Südindien gebräuchlich ist und erstaunliche Klänge hervorbringen kann.
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